Unsere-Taetigkeit
Tätigkeitsbericht 2012/2013Montag 09.Dezember.2013 17.34



ANNI wartet immer noch auf die Menschen, die mit ihr leben wollen!

Auch für diesen Bericht könnte ich einleitend die Aussagen des letzten Tätigkeitsberichtes 2011/212 wiederholen. Die dort zum Ausdruck gebrachte Situation eines Tierschutzvereines ohne verlässliche Sponsoren und Spender und ohne verlässliche Pflegestellen besteht unverändert. In einem Informationsschreiben an alle Mitglieder und Förderer der Doggen-Nothilfe im April 2013 haben wir diese bestehende Situation noch einmal präzisiert und darauf hingewiesen, dass der gesamte Vorstand zum Jahresende zurücktreten wird. Das bedeutet die Auflösung des Vereins, falls sich keine Interessenten finden, die Vereinsarbeit fortzuführen. Diese Interessenten konnten bis jetzt nicht gefunden werden.

Aus meinen handschriftlichen Aufzeichnungen habe ich folgende Übersicht der Ereignisse im Zeitraum von Juni 2012 bis Juli 2013 zusammengestellt:

Auf unsere HP bezieht sich kaum noch Jemand, unsere ANNI ist dort seit über einem Jahr „angeboten.“ ANNI ist eine freundliche und verträgliche Doggenhündin. Wir werden sie jetzt, da wir noch etwas Geld auf unserem Konto haben, zu einem geeigneten Zeitpunkt kastrieren lassen.
Auch im letzten Jahr hatten wir (d.h. ich) eine hohe Zahl von Telefonanrufen und emails, in denen Interesse an einer Dogge von uns bekundet wurde. Ich habe sie alle beantwortet bzw. nach einer Vorauswahl an Rosi zur weiteren Information über eine bestimmte Dogge verwiesen. Viele dieser Interessenten haben sich nie wieder bei uns gemeldet, von einigen gab es Absagen mit folgenden Begründungen: Dogge zu alt, zu starkes Gesäuge, keine „Gesundheitsgarantie“, zu weite Anfahrt usw.
Es gab viele „Hilferufe“ von Hundehaltern, die Verhaltensprobleme mit ihrer Dogge beklagten und jeweils den Gedanken in Erwägung zogen, sich von ihrem Hund zu trennen. Hier konnte ich in oft langwierigen Beratungsgesprächen helfen, das Zusammenleben von Mensch und Dogge zu verbessern.
Unsere Bemühungen, Pflegestellen zu finden, nachdem Rosi keinen Doggenrüden mehr aufnehmen kann, sind weitgehend gescheitert. Nach entsprechenden Inseraten in


Regionalzeitungen meldeten sich mehrere Menschen, die eine Notdogge aufnehmen
wollten, doch letztlich waren fast alle Angebote ungeeignet.

Hier eine Zusammenstellung einzelner Anfragen:
( nach Aufzeichnungen im Tagebuch)

Mai 2012 Herr H. sucht eine junge Dogge
Er hatte APOLLO und NANCY von uns, beide sind tot.
Nach dem Hinweis, dass im Tierheim Lübbersdorf eine junge Hündin JOY zu vermitteln ist, übernimmt er diese.

Juli 2012 Herr H. aus NMS bekundet Interesse an Duke. Ilka und ich machen eine VK.
Herr H. besucht DUKE in unserer Pflegestelle bei Rosi und entscheidet sich gegen ihn.

Juli 2012 Frau R. zeigt Interesse an ADELY. VK durch Herrn Heiden-
Familie R. fährt zu Rosi und besucht ADELY, dann Absage. (Arbeitsplatz der Frau ist ein Großraumbüro mit einigen Menschen, die keine Hunde mögen. Dogge sollte dorthin mitgenommen werden.)

Juli 2012 Antje Wenger und Freundin interessieren sich für ADELY.
VK durch Peter Schönke. ADELY ist 3 Tage später von Rosi abgeholt worden in ihr neues Zuhause. Wir bekommen regelmäßig Berichte, in denen erzählt wird, wie ADELY glücklich in ihrer neuen Familie ist.

August 2012 Fr. H. interessiert sich für DUKE. Vorhanden: eine Doggenhündin und zwei Australien Shepherd Rüden.
Hunde dürfen nicht aufs Sofa, nicht in den Schlafraum.
Abbruch des Gesprächs mit dem Hinweis der Interessentin: „Sie sind so negativ.“

August 2012 Frau aus Dresden: ALFRED (geb.11.11) muss z.Zt. 12 Std allein sein. Jetzt springe er den 10jähr. Sohn an und sei unverträglich mit anderen Hunden. Er soll abgegeben werden. Ich konnte keine Hilfe anbieten.

September 2012
Anruf: Nachbarin hat im Internet einen 15monatigen Doggenrüden erworben. Alle Angaben dort stimmten nicht. Hund knurrt alle Menschen an. Soll nun sofort abgegeben werden.
Wieder sah ich keine Hilfsmöglichkeiten.

Oktober 2012
Frau K. hatte MAXI (BIENE) von uns, die nun tot ist.
Fr. K. nimmt TARA vom TH Garmisch auf. TARA ist eine schwer traumatisierte Doggenhündin aus Südeuropa. Es folgen viele Telefongespräche, um Frau K. zu beraten, wie sie mit TARA leben könne ohne sich wieder von ihr zu trennen.


Oktober 2012
Frau (z.Zt. im Frauenhaus) berichtet:
Sie habe Doggen gezüchtet und sich jetzt vom Mann getrennt. Folgende Hunde suchen sofort ein Zuhause: 3 Doggen (1 Rüde, 2 Hündinnen )ein Welpe und ein Bernhardiner.
Wieder musste ich diese Nachrichten hilflos zur Kenntnis nehmen.

Oktober 2012
Wir konnten die 3-jährige BELLA aus einem kleinen Zwinger, in dem sie eingesperrt war, nachdem ihre Menschen sie dort zurückgelassen hatten, herausholen. BELLA knurrte aus dem Käfig heraus alle Menschen an, was dazu führte, dass niemand mehr wagte die Tür zu öffnen. Das Futter wurde durchs Gitter geschoben. In unserer Pflegestelle bei Rosi wurde BELLA schnell zu einer freundlichen und spielfreudigen Hündin, aber gleichzeitig erkannte Rosi, dass die Hündin fast nicht sehen konnte. Zusätzlich waren Ihre Augen von zugeklebten und verwachsenen Lidern verdeckt. Die Entzündungen konnten durch entsprechende Medikamente behoben werden, doch unverändert blieb das Problem der Lider und Augenränder. So beschlossen wir, Tierärzte unseres Vertrauens in einer aufwendigen Operation versuchen zu lassen, BELLAS Augenprobleme zu lindern, gleichzeitig sollte die Kastration der Hündin erfolgen.
Es wurden die über den Augen liegenden Oberlider gestrafft und Drüsen entfernt. Nach wenigen Tagen, nachdem die Schwellungen abgeklungen waren, wurde immer deutlicher, dass BELLA zunehmend Hell und Dunkel, große Gegenstände und Öffnungen erkennen kann. Sie konnte erstmalig überhaupt die Augen richtig öffnen. Was für ein Glück für uns alle.
Schon während der Zeit der „Blindheit“ meldeten sich Menschen, die BELLA ein Zuhause geben wollten. Nun lebt die Hündin schon seit einigen Wochen in ihrer Familie. Und wir sind so froh, dass wir diese lebensfrohe, freundliche Hündin aus ihrer Isolationshaft geholt haben und sie so aufwendig operieren ließen.


Oktober 2012
Hilferuf über Elke Ruge: Freundin von ihr habe beim Besuch des Vaters in Halle einen Doggenzüchter (schwarz) kennengelernt:
Die Situation dort: 8 Welpen in enger Wohnung, der Vaterrüde im Zwinger.
Sie habe die kleinste Welpin für 300 EUR. ( statt der geforderten 500.--) gekauft.
Was hätten wir tun sollen, ohne Pflegestelle und ohne umfangreichere Geldmittel?

November 2012

Es wird von einer jungen Frau berichtet, die jetzt im Krankenhaus sei, eine Doggenhündin und einen Doggen-Rüden sowie eine Mix-Hündin habe. Der Partner der Frau sei gewalttätig mit den Hunden. Die Doggenhündin sei z.Zt. bei der Mutter untergebracht, doch diese habe kein Geld und eine sehr kleine Wohnung. Später erfahre ich, dass der Doggenrüde ein Rhodesian-Ridgeback-Mix sei, gänzlich unerzogen und unverträglich mit anderen Hunden.
Ich konnte keine Hilfe anbieten.


November 2012
Zeitungsmeldung: Wohnungsbrand bei Anklam, 13 Doggenwelpen ohne Unterkunft.
Auf intensivere Nachfragen wird deutlich, dass dieser Zeitungsbericht mit Bildern gleichzeitig eine Verkaufsanzeige für die Welpen gewesen ist(den Brand hat es wirklich gegeben). Als Rosi dorthin Kontakt aufnahm, waren alle Welpen bis auf einen vermittelt. Dieser Welpe (9 Wochen) wurde folgendermaßen beschrieben: „verdrehte Pfote, nach Aussagen einer Tierärztin ein Gen-Defekt“. Es gelang uns die Mutter-Hündin (ANNI) und den kleinen BRUNO zu bekommen. BRUNO ist übrigens ein völlig gesunder Hund.
Mit diesem Text auf unserer Home Page haben wir für BRUNO ein passendes Zuhause gesucht und dann auch gefunden:
„Das Hundekind ist 9 Wochen jung mit deutlicher Entwicklungsverzögerung. Wir nennen ihn BRUNO-BABY weil er noch so babyhaft wie mit ca. sechs Wochen wirkt. Aber BRUNO ist voller Lebensfreude, schläft in engem Körperkontakt zu einem Menschen oder seinem Hundekumpel (Benny der Basset)
Menschen, die BRUNO adoptieren wollen, sollten sich über den hohen Anspruch einer Doggenhaltung und – aufzucht im Klaren sein. Das sind Ansprüche an Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen, aber auch an Räumlichkeiten und Geld. Ein Welpe kann in den ersten Monaten keineswegs allein gelassen werden, da er nicht nur vor Angst verzweifelt, sondern außerdem ziemlich viel zerstört. Bei der Aufzucht eines Rüden muss auch bedacht werden, dass hier ein erheblicher Erziehungsbedarf besteht, also der Besuch einer guten Hundeschule notwendig ist.
Wir geben diesen Rüden nicht zu anderen Rüden und nicht zu einer unkastrierten Hündin. Hundekumpel zum Spielen wären natürlich schon gut.
Wer möchte BRUNO in eine Menschenfamilie mit Hundekontakt aufnehmen?“


Zwischendurch immer wieder Pflegestellen-Angebote per Telefon oder email, alle gut gemeinten Angebote schienen mir ungeeignet:
Junge Kinder im Haus, kleine (laute und unruhige)Hunde und Katzen, Menschen teilweise berufstätig, Garten nicht vorhanden oder nicht sicher eingezäunt. Oder die Aussage einer
Frau, die eine Dogge von uns aufnehmen will, dass ihre frühere Dogge am liebsten draußen gewesen sei.


Dezember 2012
Von Tierschützern erhalten wir den Hinweis, dass in einem Hinterhof, in einem Betonzwinger mit Holzverschlag eine Jungdogge leben muss. Es gäbe weder regelmäßige Kontakte zu Menschen noch zu Artgenossen. Es gelang uns Frau T. zu bitten, dort hin zu fahren und mit den Hundehaltern ins Gespräch zu kommen. In diesem Gespräch ergab sich, dass die Hundehalterin betonte, wie sehr sie ihren jungen Hund liebe. Die uns zuvor gemeldeten Lebensbedingungen dieser jungen Dogge haben sich bestätigt.
Für mich stellte sich die Lebenssituation dieser jungen Dogge folgender Maßen dar:
Da lebt eine Junge Dogge (fast noch ein Kind) in einer Umgebung, die durch extreme soziale


Isolierung, durch Kälte und durch Bewegungsmangel gekennzeichnet ist. Es gibt für dieses hoch organisierte Säugetier keine stabilen Beziehungen zu Menschen und/oder Artgenossen. Es gibt keine Möglichkeiten, die Umwelt zu erforschen und zu lernen. Seine Situation ist in der lernintensivsten Zeit seines Lebens gekennzeichnet durch Einsamkeit, Langeweile und Monotonie. Die extrem abgewetzten Krallen der Vorderpfoten und das anhaltende Bellen sind ein Beleg dafür, wie sehr dieser arme Hund versucht, aus seinem Gefängnis zu entkommen. Was immer das für ein „Holzverschlag“ ist, in den sich die Dogge zurückziehen kann, es wird ein ungeheizter und ungepolsterter Unterschlupf sein.
Auch hier konnte ich keine Hilfe anbieten, da wir keine Pflegestelle hatten, die diesen Hund aufgenommen hätte. Glücklicher Weise erwies sich der Kontakt zur Notdogge e.V. als hilfreich. Schnell wurde von dort eine Pflegestelle angeboten und die weitere Vermittlung des Hundes übernommen.

Dezember 2012
Fr. W. aus dem Odenwald berichtet:
Eine alkoholabhängige Frau kann sich nicht mehr um ihre Doggenhündin DANA kümmern, ist aber auch nicht bereit diese abzugeben. Die ca. dreijährige DANA war bis jetzt schon in zwei oder drei verschiedenen Zuhause, die alle verloren gingen. Das Veterinär-Amt ist eingeschaltet, aber untätig. Kurz danach erfolgt die Nachricht, dass DANA nun zu einem Mann mit Müllplatz gegeben werden soll, wo bereits zwei Doggen seien. Alle meine Bemühungen über unsere HP Hilfe zu bekommen, sind gescheitert.
Wieder musste ich über Wochen hinweg die Schilderung dieser Lebenssituation einer Doggenhündin zur Kenntnis nehmen ohne helfen zu können.

Anfang 2013
Spendenaufruf für drei unserer Doggen: BELLA, PLATINA und DONALD
Dieser Hilferuf blieb weitgehend ohne Resonanz. Nur zwei Mitglieder/ Förderer der Doggen-Nothilfe haben uns Geld für unsere Doggen übersandt.
Siehe Anlage


Januar 2013
Eine Frau aus Oberitalien wandte sich hilfesuchend an mich:
Frau S. hat eine 16-monatige Doggenhündin YUBA vom „Züchter“ erworben. Diese Hündin wirkt extrem ängstlich und verstört (wahrscheinlich traumatisiert). Sie lässt sich kaum anfassen und versucht immer wieder aus menschlichen Behausungen zu flüchten. Es ergibt sich ein über mehrere Wochen anhaltender e-mail-Kontakt zwischen Frau S. und mir.
(Die gesamte Korrespondenz liegt in gedruckte Form vor.)

Februar 2013
Fr.W. sucht Platz für einen Doggenrüden, der einen Schäferhund totgebissen hat. Soll morgen eingeschläfert werden.
Auch diesmal konnte ich nichts als Hilfe anbieten.



Februar 2013
Frau aus Siegen will Doggenhündin abgeben, die sich auf alle Hunde stürzt.
Wie immer Hilflosigkeit bei mir.

April 2013
Herr K. wird Mitglied bei uns.
Herr K. zeigt Interesse an DUKE und wenige Wochen später besucht er unseren DUKE bei Rosi und will ihn für immer aufnehmen. Er holt DUKE zu sich und Ilka und ich fahren zu Herrn K. und seinem DUKE. Wir sind beeindruckt, wie zufrieden Duke in seinem neuen Zuhause wirkt.

Derzeit lebt noch ANNI bei Rosi und wartet auf ein passendes Zuhause und wir hoffen so sehr, dass wir bis zum Jahresende die richtigen Menschen für ANNI finden.

Wir nehmen keine in Not geratenen Doggen mehr auf und ich denke, ich muss Ihnen nicht erklären, dass das nicht die tierschützerische Tätigkeit für Doggen ist, für die ich einmal angetreten bin.
Mich begleitet zunehmend die Sorge, es könnte Jemand Kontakt zu uns aufnehmen, um seine Dogge, die einmal eine Nothilfe- Dogge war, wieder bei uns „abzugeben“. Wir haben uns verpflichtet, weiterhin für „unsere“ Doggen verantwortlich zu sein. Und ich weiß, ich wäre in dieser Situation ratlos. Wir haben keine Pflegestellen und nicht genügend Geld für eine hochwertige Tierpension.

Diese geschilderten Bedingungen (die mir weitgehend unveränderbar erscheinen) zwingen mich zu dem Schritt, die Position der Vorsitzenden des Vereins Doggen-Nothilfe zum Jahresende 2013 aufzugeben.

Eva B.-Gorski

Postfeld 20.Juli 2013
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