Erinnerungen
RitaSonntag 07.November.2010 17.34

Wir erinnern an die blaue Doggenhündin RITA, 11 bis 14 Monate jung, die so früh sterben musste. Es blieben uns nur wenige Tage um diese so liebenswerte Junghündin kennenzulernen, ihr kurzes Leben davor liegt im Dunkeln, wir können einiges rekonstruieren mit dem traurigen Ergebnis, dass das kein lebenswertes Hundeleben war. Hier ihre Geschichte:
Im Herbst 2006 wurde uns von einer eher dubiosen Stelle, die uns namentlich bekannt war, diese junge Dogge „angeboten“. Bis heute wissen wir nicht, wie wir diese etwas dubiose Adresse einordnen sollen, ob wir es hier mit Hundehändlern und/oder Hundevermehrern zu tun hatten hinter der Fassade eine „Hundepension“?
Als Abgabegrund für RITA wurde gesagt, sie leide an einer Milchdrüsenleistengeschwulst, was operiert werden müsse und dazu fehle das Geld.


Ganz schnell kam RITA zu Rosi in einem schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustand, was zu einem Aufschub einer sofortigen Operation führte. Wenige Tage später erlitt RITA nachts vaginale Blutungen und wurde sofort zu einer Notoperation zu unseren Tierärzten in Greifswald gebracht. Während dieser Operation wurde erkennbar, dass RITA mit Hormonen behandelt wurde, um die Läufigkeit vorzuverlegen. Die behandelnde Ärztin fand Hinweise auf Embryonen, die nicht weiter entwickelt wurden. In der folgenden Nacht starb die junge RITA an einer nicht zu behandelnden Embolie.
Immer noch erfüllt uns die Erinnerung an diese so lebensfrohe und menschenbezogene Hündin mit Wut und Trauer. Ihr Schicksal steht stellvertretend zum Gedenken an die namenlosen und unzähligen Hündinnen, die als profitable „Gebärmaschinen“ von profitgierigen Menschen überall ausgebeutet werden. Diese Hundevermehrer finden sich sowohl bei den sogenannten „Züchtern“ in Rassezuchtverbänden als auch bei den sogenannten „Schwarzzüchtern“. Ausgenommen von dieser Anklage sind die Züchter, die nur 2 bis drei Hündinnen halten, die bei ihnen im Haus leben. Ein finanzieller Gewinn ist dort nicht angestrebt und lässt sich mit einer verantwortungsvollen Hundezucht auch nicht erzielen.
Die Erinnerung an RITA soll uns immer wieder an das elende Leben vieler, vieler Doggenhündinnen mahnen (siehe auch Erinnerungen an ROSALI aus einem DDC-Zwinger). Und wir wollen uns auch nicht dadurch täuschen lassen, dass viele Doggenzüchter ihre Welpen so verkaufen, dass der tatsächliche Lebensraum der Mutterhündin gar nicht zu besichtigen ist. RITA, wir hätten Dir so gerne ein wunderschönes Zuhause bei verantwortungsbewussten Menschen gesucht.
Eva Gorski und Rosi Kehler November 2010

by Lydia Muus E-Mail        

Erinnerungen
RosaliDienstag 02.November.2010 20.24

Wir erinnern an ROSALI, die 2008 gestorben ist.
Damals stand auf unserer Internetseite als Nachruf folgender Text:


Rosali lebt nicht mehr
Rosali ist vor wenigen Tagen im Alter von zehn Jahren in den Armen ihres Frauchens, bei der sie in den letzten drei Jahren leben durfte, gestorben. Rosali ist eng mit mir und der Doggen-Nothilfe verbunden. 2005 ist es uns gelungen- nach fast fünfjährigem erfolglosen Bemühens- diese „Zuchthündin“ aus elenden Lebensbedingungen für eine sehr hohe Geldsumme freizukaufen. Rosali war damals eine kranke und biologisch früh gealterte Hündin (siehe unser Bericht von 2005). Von diesem Tag ab durfte Rosalie, die nie zuvor ihren einsamen Käfig verlassen konnte, mit Menschen, die sie liebten, zusammenleben. Sie hat spielen gelernt, Kontakte zu anderen Hunden aufgebaut, viele Löcher im Garten gebuddelt und ist mit ihrem Menschen zu Spaziergängen unterwegs gewesen. Vor einem Jahr hat sie eine rechtzeitig erkannte Magendrehung (Operation) überstanden. Nun ist Rosali tot. Sie stand und steht für die vielen anderen Doggen, die als „Zuchttiere“ ihr armseliges und eintöniges Leben fristen müssen in Zwingern, die Zuchtverbänden angehören oder bei sog. „Schwarz-Züchtern“. Für den dort so isolierten Hund sind die Unterschiede gering, wahrscheinlich eher unwesentliche, denn im Vordergrund steht das Erleiden von sozialer Ausgrenzung und Monotonie. Vor 22 Jahren habe ich folgenden Text geschrieben, der immer noch gilt. * Für Rosali und all die anderen Hunde in eintönigen Käfiganlagen, in Ställen und Schuppen und Kellern. Hinzufügen möchte ich diesen Überlegungen aber heute (200 , dass ich neben allen anderen Gefühlen eine immer tiefere Dankbarkeit empfinde für das Glück mit einer Dogge an meiner Seite leben zu dürfen.


Eva B.-Gorski/Doggen-Nothilfe


* Das ist der erwähnte Text:


„Ein Hund wird im Zwinger gehalten.“

Auf der Suche nach möglichen Erklärungsansätzen für das immer wieder gelegentlich auftretende Geschehen, dass Hunde Menschen schwer verletzen oder töten, gibt es sicher mehrere Faktoren, die einen Erklärungswert haben könnten. Die in der vorliegenden Diskussion genannte „Zwingerhaltung“ scheint mir eine wesentliche Rolle in diesem Zusammenhang zu spielen. Deshalb möchte ich diese Überlegungen noch etwas weiter differenzieren. Vorweg sei gesagt, dass ich weder Verhaltensforscher noch Tierarzt bin, sondern Pädagogin mit biologischen Grundkenntnissen. Und ich möchte noch voran stellen, dass mir mein Leben, ohne meinen Hund an meiner Seite, unsagbar ärmer erschiene. „Zwinger-Leben“ bedeutet für ein so hoch organisiertes Säugetier, wie es ein Hund ist, lebenslange Isolierhaft. Ein Lebewesen mit einem äußerst differenzierten Nervensystem, geworden in jahrtausende langen phylogenetischen Erfahrungen und konstruiert, um soziale Beziehungen zu knüpfen und zu erwidern, um vielfältige Umwelt zu erforschen und um zu spielen, um neue Erfahrungen zu machen und Widerstände zu überwinden, um daraus zu lernen, ist nun begrenzt auf ein eingezäuntes Stückchen Land, in der Regel ohne Artgenossen. Vielleicht ist von diesem Zwinger ein Blick auf das „Leben da draußen“ möglich, aber, so, wie ein junges menschliches Kind „Welt“ nicht nur sehen will, sondern unmittelbare sinnliche Erfahrungen und eigenes Tätigwerden braucht, so zieht auch die attraktivste Umwelt außerhalb des Zwingers für den darin lebenden Hund nahezu unverwertbar vorüber. Es entspricht einer grundlegenden Entwicklungslogik hoch organisierter lebendiger Systeme, dass pathologische Lebensbedingungen Hirnsysteme (und damit Verhaltenssysteme) dazu zwingen, pathologisch zu funktionieren. So ist die Erscheinung des das menschliche Kind zerfleischenden Hundes (der in der Menschenwelt lebt) nicht das Wesen des Hundes, sondern Ausdruck individueller Deformation als Folge von Isolation. Wobei das Ausmaß der Deformierbarkeit durch isolierende Bedingungen bereits einen Indikator für die Entwicklungshöhe eines Lebewesens darstellt. Entscheidend ist nicht die Größe oder „Schönheit“ eines Zwingers, entscheidend ist der Mangel an sozialen und dinglichen Beziehungen für den Hund, der darin leben muss. Deshalb kann auch die Frage nach dem „reichlichen Auslauf“ für die Lebensqualität eines Hundes nur ein sekundärer Aspekt sein. Bedeutsam ist die Art der Mensch-Hund-Beziehung (wenn es keine beständigen Kontakte zu Artgenossen gibt). Aus der Qualität dieser Beziehung ergibt sich notwendigerweise die Achtung des Menschen vor den Lebensbedürfnissen seines Hundes (die weniger modifizierbar sind als die des Menschen). Dann kann es auch nicht geschehen, dass ein Hund „vermenschlicht“ wird, denn damit würde er als „Ersatz für Etwas“ benutzt, statt seine Einzigartigkeit als Hund als Bereicherung eines Menschenlebens erfahrbar zu machen. Zwischen der „Haltung eines Hundes im Zwinger“ und dem „Leben mit einem Hund“ liegen Welten. Nie wird der Mensch, der seinen Hund (als Alarmanlage oder Dekorationsobjekt) hinter Gittern sein eintöniges Leben fristen lässt, zu der beglückenden Erfahrung gelangen, was ein Hund eigentlich ist. Insofern gilt mein Bedauern auch diesen Menschen, zumal diese oft gutgläubig der Ansicht sind, Zwingerhaltung sei eine „natürliche Hundhaltung“; tatsächlich stellt diese aber eine totale Perversion der „natürlichen“ Lebensbedingungen eines Hundes dar. Ob und wie intensiv ein Zwingerhund leidet, wissen wir nicht sicher, aber ich wünschte, dass Menschen, die ihre Hunde so einsperren (oder auch „aussperren“ aus allen sozialen Bezügen), wenigstens einen Hauch jener Qual der Langeweile und Monotonie – die ich dort vermute – spüren mögen. Das zu erspüren, wäre eine Minimalforderung an uns Menschen, in der Erkenntnis unserer mit den Hunden gemeinsamen Säugetierbasis und unserer einzigartigen menschlichen Möglichkeit, über uns und unser Tun nachzudenken.
Eva B-Gorsiki 1986
Wir blicken zurück in ROSALIS Lebensgeschichte:


Das eingelöste Versprechen – Rosali ist frei Jetzt konnte ein Versprechen, das ich Rosali im Spätsommer 1999 gegeben habe endlich erfüllt werden. Wir konnten Rosali aus ihren elenden Bedingungen als „Zuchthündin“ herausholen, d.h. herauskaufen für einen sehr hohen Geldbetrag. Wir, die Menschen der Doggen-Nothilfe erheben im Namen von Rosali Anklage gegen Züchter und Vertreter des Deutschen Doggen Club (DDC). Rosali hat keine Stimme, wir wollen und müssen sie ihr geben. Rosali ist eine fast siebenjährige Doggenhündin, bisher als profitable "Gebärmaschine" missbraucht.


 


Als ich 1999 von Rosali.s Herkunft erfuhr, wusste ich, dass diese arme Hündin von Geburt an immer nur in Dreck und Kälte gelebt hatte. Sie wurde von einem Vermehrungsbetrieb "Cindy.s" in den nächsten "von Mellensee" gesetzt. Die Zwinger "von Mellensee" und "Cindy,s" stehen stellvertretend für viele andere Doggen-Vermehrungsbetriebe. Als Züchter, dieser Name hatte ja einmal einen guten Klang, dürften Frau R. und Herr A. und mit ihnen viele andere, nach unserer Auffassung nicht benannt werden. Eva Gorski im Januar 2005)


Bericht über den Freikauf der Doggen-Hündin Rosali:
Mitte Januar 2005 erfuhr ich durch Zufall, dass Herr A. aus B. aus gesundheitlichen Gründen seine Zuchthündin Rosali verkaufen wollte. Ich gab an, dass eine Bekannte von mir Interesse an der Hündin hätte. Herr A. wollte für die ca. 61/2- Jährige Rosali die stolze Summe von 2000,- € haben. Er begründete den doch sehr hohen Betrag damit, dass sie ja in einem sehr guten Zustand wäre und man sie in diesem Jahr nochmals decken lassen könnte / sollte. Sie würde immer viele Welpen haben (immer um die 12 Stück) und man könnte viel Geld damit verdienen. Ich machte einen Termin und fuhr zusammen mit meinem Lebensgefährten hin.
Der „Zwinger“ in dem Rosali gehalten wurde war ca. 2 m breit und 3 – 3,5 m lang. Er hatte 2 geschlossene Steinmauern und an 2 Seiten (vorn und links) Gitter, so dass Durchzug herrschte. Im hinteren Bereich war eine Holzhütte, direkt davor hingen 2 Futter/Wasser-Eimer an der Wand (rechts). Kurios war, dass links vor dem Gitter etwas Stroh lag, als ob es sich die Hündin dort in der Kälte „gemütlich“ machen sollte. Der Boden war schlammig und ich sah auch eine Pfütze. Ich konnte nicht fest-stellen, ob es eine Urinpfütze war oder ob es in den Zwinger hineinregnete (oder beides). Einen Auslauf gab es nicht. Auch war der Hof nicht eingezäunt, so dass man davon ausgehen kann, dass Rosali auf dem Gelände nicht frei laufen konnte. Da dort noch viele andere Tiere gehalten wurden, wie Gänse, Lamas und Pferde, gehe ich davon aus, dass Herr A. sich nicht die nötige Zeit für die Pflege der Hündin genommen hat. Als wir nach einiger Zeit (wir mussten zunächst noch warten, bis eine Stute verladen wurde) endlich den Hund zu Gesicht bekamen fand ich den Punkt mit der „Pflege“ bestätigt. Rosali kam sehr freundlich / unterwürfig an, ließ sich sofort streicheln, freute sich über Zuwendung. Sie war in einem schlechten Allgemein-zustand. Ihr Fell war schmutzig, stumpf und sehr schuppig. Sie hatte an vielen Körperstellen Verhornungen (auf der Wirbelsäule, an der Rute, rechts und links neben dem After). Ihre Pfoten erschienen mir auch etwas geschwollen und man konnte auch erkennen, dass sie sich öfter die Pfoten geleckt haben musste, da diese rötliche Speichelverfärbungen aufwiesen. Sie hatte massiven Flohbefall. Aufgrund des schlechten Zustands gelang es uns den Preis von 2000,- € wenigstens auf 1500,- € zu drücken (was allerdings immer noch zu hoch war). Herr A. kommentierte wie folgt: „Na, Hauptsache sie kommt in gute Hände.“ Wir mussten uns auf die Lippen beißen um nicht zu kontern, wie etwa „noch schlechter geht es doch fast gar nicht mehr“ oder Ähnliches. Er übergab uns Rosali´s Papiere und meinte dann in diesem Zusammenhang, dass wir nichts weiter benötigen würden (keine Quittung oder Unterschrift, da es wohl so wie bei einem Auto wäre wenn man den KFZ-Brief besitzt, gehört einem auch das Auto...). Das kam uns ein wenig merkwürdig vor, aber ich möchte jetzt hier nicht meine persönlichen Vermutungen äußern... Jetzt hatten wir das Gröbste geschafft und wollten nur noch so schnell wie möglich mit Rosa dort weg. Sofort stieg sie auch in unser Auto ein. Sie stand noch und schnupperte um sich etwas zu orientieren (da es im Auto nach unserer Hündin riecht) – da knallte Herr A. die Heckklappe zu und Rosali´s Rute ein! Ich schrie nur „der Schwanz ist eingeklemmt, macht die Tür auf“ – was mein Lebensgefährte dann tat. Herr A., der näher an der Tür stand, machte nämlich keinerlei Bemühungen in dieser Richtung. Die Rute blutete sogleich und ich bekam eine mittlere Panik. Mein Lebensgefährte musste sich auch stark zusammenreißen so wütend war er über diesen „Kerl“. Hatte er doch vorher sogar noch zu dem Züchter „pass auf den Schwanz auf“ gesagt – und dieser dann nur mit „ach, ach“ geantwortet. Nach mehrmaligem Ansprechen kam endlich jemand mit Verbandszeug. Ich beruhigte Rosa während Herr A. wickelte. Ich griff das Thema nochmals auf und sagte zu ihm er hätte doch kurz warten müssen bis der Hund sich etwas orientiert hat und sich niederlegte. Daraufhin kam die nächste „Schote“ von ihm „die hat sich nicht hingelegt, weil es ihr zu weich ist – das ist sie nicht gewöhnt!“. Was soll man dazu noch sagen? Ist das nicht ein Armuts-zeugnis, dass er sich selbst ausgestellt hat? Wie kann ein sogenannter Züchter (also müsste er die Rasse ja eigentlich kennen) behaupten, dass es einer Dogge zu weich zum Liegen wäre? Ich habe 6 Wochen alte Doggenwelpen gesehen, die sich bewusst für eine weiche Unterlage entschieden haben. Es scheint ihnen im Blut zu liegen, Herr A.! Und selbstverständlich gefiel es Rosali bei der nun folgenden Fahrt, dass es weich und warm in unserem Auto war. Sie war sehr brav und gelassen (wieder einmal nicht der Ansatz eines Trennungsschmerzes zu erkennen). Ich streichelte sie und sprach leise, freundliche Worte zu ihr. Das gefiel ihr und ich hatte später irgendwie den Eindruck als wüsste sie genau, dass wir ihre Retter sind. Als wir am Übergabepunkt angekommen waren ist mein Lebensgefährte mit Rosali schon ein paar Schritte auf eine Wiese voraus gegangen. Als ich hinterher kam freute sie sich „wie irre“ – Fremde hätten denken können, dass sie mein Hund wäre. Und auch als die Pflegeeltern ankamen begrüßte sie sie, als wären es „alte Bekannte“. Ich bin so froh, dass dieses liebenswürdige Wesen nun endlich anfangen kann ein artgerechtes Hundeleben zu führen. Gleichermaßen bin ich wütend, dass das gleiche Geschöpf jahrelang im Dreck, in Kälte und Monotonie, ohne menschliche Zuwendung, als Geldanlage dahinvegetierend, missbraucht wurde!!! Ich wünsche mir für Rosali, dass sie einen superschönen „Altersruhesitz“ findet. Mit lieben Menschen, die sie nun nach jahrelanger Odyssee etwas verwöhnen, ihr nicht zu viel abverlangen und sich voll und ganz auf sie einlassen. Sie hat es mehr als verdient! (J. K. & M.S., im Januar 2005)


Am 20.01.2005 wurde uns Rosali als Pflegehund übergeben. Wir sind davon ausgegangen, dass wir eine verängstigte, schüchterne Hündin bekämen, die erst lernen muss mit Menschen zusammen zu leben, das bedeutet, dass sie in den ersten Stunden oder auch Tagen ihr Lager nicht verlassen wird, weil sie Angst hat den warmen Platz zu verlieren. Möglicherweise hat sie Angst das Haus zu betreten, weil man es ihr unter Anwendung übler Methoden aberzogen hat. Sehr viel Zureden, Futter und Wasser an das Lager bringen und allmählich durch Vermitteln von Sicherheit das Tier von seinem Lager locken sind dann notwendig. Doch es kam anders! Rosali stieg freundlich, neugierig in unser Auto. Sie hat nicht gefremdelt oder sonst Unsicherheiten gezeigt. Wir hatten den Eindruck, dass sie schon immer gewusst hat, dass ihr ein anderes, ein besseres Leben zusteht. Stolz hielt sie ihren Kopf hoch, betrat unser Haus wie selbst verständlich und forderte nach wenigen Stunden durch heben der Pfote, durch Andrängen und Schieben des Kopfes unter den Menschenarm die schon immer erhofften Streicheleinheiten ein. Das weiche Hundelager, es roch noch nach den vorher beherbergten Hunden, hat sie ausgiebig berochen und sich dann hineingekuschelt. Wir haben einen unkomplizierten, freundlichen, lebensfrohen Hund bei uns aufgenommen. Es ist jedes Mal von neuem ein Wunder, wenn diese so geschundenen Tiere scheinbar ungebrochen ein neues Leben beginnen, uns nicht nachtragen, was andere Zweibeiner ihnen angetan haben. Rosali hat die ganze Lebenszeit, es werden im Mai 7 Jahre, in einem kleinen Zwinger verbracht. Wind, Regen, Sonne, Kälte, Hitze ohne Schutz ausgeliefert. Sie musste in ihrem Kot leben. Die ungepolsterte und viel zu kleine Hundehütte oft noch mit ihrem Welpen teilen. Wie oft sie geworfen hat lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Eingetragen wurden vier Würfe mit jeweils 6, im Jahre 2003 beim letzten Wurf 3 Welpen. Der Besitzer gab an, dass sie stets an 12 Welpen gehabt hätte. Nach dem Zustand des Gesäuges scheint mir der letzte Wurf noch nicht allzu lange zurück zu liegen. Der Futterzustand der Hündin war gut. Dies scheint mir aber auch das mindeste, was dieser „Züchter“ für seine Hündin tun konnte. Sauber gehalten hat er sie nicht, sie war gezwungen in ihrem Zwinger sich zu lösen und zu urinieren, durch das Leben im Schmutz hat sich auf ihr eine Unzahl Flöhe und Grabmilben angesammelt. Das war eine feine Dreingabe. Der Befall war so stark, dass wir die Plage nicht durch herkömmliche Mittel (Puder) los wurden und der Tierarzt ein Mittel injizierte. Ich will es nicht berufen, aber seit zwei Tagen scheint die Plage überstanden zu sein. Sie ist merklich ruhiger, kratzt sich nicht mehr und auch wir ... . Das bei dieser Geschichte auch die Ohren nie gesäubert wurden wundert wohl niemanden. Der Körper ist mit Liegeschwielen bedeckt, die Hütte war ungepolstert, kaum etwas Stroh war dort zu finden auf dem sie sich hätte weich lagern können und vor der Hütte war der blanke Boden.


Auflistung der Schwielen und Narben:
1. Im hinteren Drittel der Wirbelsäule eine 1,7 x 1,5 große ca. 1,5 cm aufgeschwollene verhornte, unbehaarte Druckstelle.
2. an der Rute 4 Liegeschwielen 1x1 cm, das Rutenende ist insgesamt bis in 6 cm Höhe unbehaart, verhornt, teilweise rissig-blutig, klumpig verwachsen, das Rutenende wird durch das Gewicht der Narben heruntergezogen.
3. am Gesäß links Liegeschwiele 6,5 x 3 cm verhornt, unbehaart
4. am Gesäß rechts Liegeschwiele 4,5x 3 cm verhornt, unbehaart.
5. am Hinterlauf links im Gelenkbereich Liegeschwiele 2,5 x 3 cm verhornt, unbehaart
6. am Hinterlauf links, an der Pfote3 x 3 cm ca. 1 cm aufgeschwollen Liegeschwiele verhornt, unbehaart.
7. am Vorderlauf links, innen Seite der Pfote Liegeschwiele 2 x 2,5 cm ca. 1 cm aufgeschwollen, unbehaart, verhornt 8. am Vorderlauf links im Gelenkbereich 4 x 2 cm unregelmäßig geformte Liegeschwiele, verhornt, unbehaart.
9. am Vorderlauf rechts an der Pfote innen 3,5 c 3 cm ca. 1,5 cm aufgeschwollen Liegeschwiele verhornt, unbehaart.
10. am Vorderlauf rechts im Gelenkbereich 3 Liegeschwielen nebeneinander, die größte davon 2,5 x 2 cm unbehaart, verhornt
11. am Oberschenkel des rechten Hinterlaufes eine Narbe 3 x 1 cm, wulstig vernarbt
12. am Hinterlauf rechts im Gelenkbereich 3 x 2 cm unregelmäßig geformte Liegeschwiele, unbehaart, verhornt.

Unsere Nahziele sind a. durch weiche Lagerung die Bildung weiterer Liegeschwielen zu vermeiden b. durch weiche Lagerung die Schwellungen zu beheben c. durch aufbringen von Dermatika die Verhornungen aufzuweichen und so Rissbildungen vorzubeugen Unser Fernziel ist es durch beständige Pflege das Fellkleid an den verhornten Stellen wieder zum Wachsen zu bewegen, so dass in einigen Monaten viele dieser Stellen nicht mehr zu erkennen sind. (Sabine und Horst Krause, im Januar 2005)


Lydia Muus (Doggenschutz) war von Anfang engagiert und emotional betroffen an der Aktion „Rosali“ beteiligt. Sie hat einen internen Spendenaufruf gestartet, da wir zu diesem frühen Zeitpunkt, als wir Rosali noch nicht bei uns hatten, keine Öffentlichkeit hätten herstellen dürfen. Lydia hat den Anfang gemacht und uns € 200 für den Ankauf von Rosali überwiesen. Weitere Spenden folgten, insgesamt derzeit € 500. Herzlichen Dank an J.K. und M.S. und allen Menschen, die sich an dem Freikauf von Rosali beteiligt haben. Über die Geldspenden hinaus war eine beglückende Erfahrung für mich, dass Kosten-Nutzen-Rechnungen hier unwichtig wurden und es einen breiten Konsens gab, Rosali trotz der gänzlich unangemessenen Geldforderung zu kaufen. Dennoch wissen wir sehr wohl, wie teuer praktische Tierschutzarbeit ist und wie sehr unsere aktuelle Handlungsfähigkeit bestimmt wird durch Verfügbarkeit finanzieller Mittel. Wieder einmal darf eine Dogge – aus Not befreit – im gemütlichen Hause von S. und H. Krause Gast sein bis wir ein neues, sicheres und liebevolles Zuhause für immer gefunden haben. Rosali kann wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben ausgestreckt auf einem weichen Untergrund liegen und die Wärme des Kaminfeuers genießen. (Eva Gorski, im Januar 2005)


Diese Befreiungsaktion und der veröffentlichte Text dazu veranlasste den DDC (Deutscher Doggenclub) mich nach 20jähriger Mitgliedschaft wegen „vereinsschädigenden Verhaltens“ als Mitglied auszuschließen.
Nach Wochen fand ROSALI ein liebevolles Zuhause bei Frau Korries.


Wir erhielten folgenden Bericht:
Rosalie, Sorgenkind-Glückskind!

Ich habe Rosa im Winter übernommen, nachdem mein Doggenmischlingsrüde „Guinness“ einen tödlichen Unfall hatte. Ich arbeite schon seit ein paar Jahren selbst im Tierschutz und Guinness war eine Polendogge. Getreten, geschlagen, halb verhungert, unerzogen, herzensgut und ein Stromer…..ich wollte ihm noch ein paar Jahre mehr schenken…. Das große Loch, welches dieses Ereignis gerissen hatte war schmerzhaft. Ich brauchte wieder eine „Hundeaufgabe“ und ein großes Doggenherz. Dann kam SIE: groß, gefleckt, weich, kuschelig, offen, liebreizend, kinderlieb, Hautkrebs, geschunden, gravierender Stellungsfehler der Hinterhand (aufgrund von Platzmangel im Käfig), kaputte Rute (Hautkrebs) und ein Herz aus Gold. Rosa war von Anfang an ein riesengroßes, geflecktes Kuschelmonster aber bei ihren Artgenossen auf der Strasse vergaß sie das Kuscheln…. Es war schwierig jemanden zu finden, der bereit war den Versuch einzugehen, einer geifernden, laut-bellenden Dogge eine Chance zu geben seinen Hund überhaupt mal kennen zu lernen. Wir waren schnell bekannt im Viertel, und die Leute merkten sich die Zeiten wann wir raus gingen oder zogen es vor die Straßenseite, sowie die Richtung zu wechseln. Doch dann kam „PAUL“: Ich traf seine Besitzerin, Maike, in der behandelnden Tierarztpraxis von Rosa. Sie fand Rosa toll, ließ sich gnadenlos vollseibern und das Meerschweinchen durfte auch mal beschnüffelt werden. Ich klagte Maike mein Leid, dass wir keinen Hund zum spielen treffen und ich auch nicht so recht wisse, ob sie Hunde vielleicht lieber zum „dran schütteln“ findet. Maike sagte, dass Paul, ihr Beagle, ständig andere Hunde ankläfft und ganz gut mal Respekt lernen könne. Sie wollte unbedingt, dass Rosa und Paul sich mal kennen lernen. Ich wies sie tausendfach darauf hin, aus welcher Haltung die Hündin kam und ich gar nicht wisse, wie sie sich verhält…..ich aber auch eine gute Versicherung habe! Maike schreckte das nicht ab, sie hatte auch dann noch keine Angst um Paul, als ein weiterer Hund in die Praxis kam und ich aufgrund des Krawalls nach hinten gebeten wurde. Das war übrigens auch der letzte Tag an dem wir nicht durch den Hintereingang gekommen sind. Maike und ich verabredeten uns. Paul hatte Charisma….. Nach anfänglichem Gekläffe beiderseits wurde beschlossen sich stillschweigend, jeweils an der Leine, die Strassenseite zu teilen. Nun hatten wir einen Platz erreicht, den beide Hunde noch nicht kannten…..“klick“ Leinen los!!!! Ich sah nur 60 kg gegen 20kg rennen…..es war schrecklich! Ich schmiss mir die Hände vors Gesicht und malte mir aus, was passiert, wenn sie ihn eingeholt hat….der Schnee wird tiefrot sein. Nun nahm Maike mir die Hände vom Gesicht…..wir sahen einen Doggen-Beagel-Haufen in ca. 50cm hohen Schneewehen toben. Ein Fels brach von meiner Brust. Sie spielten bis sie nicht mehr konnten….und wir verabredeten uns immer wieder….. Wenn Paul und Rosa sich auf der Strasse sehen, ist das die einzige Situation in der ich meinen Hund nicht mehr halten kann. Eine Hundeliebe! Nun war da aber noch die Gesundheit. Rosalie hatte noch Milben in den Ohren und diese waren entzündet. Eine Kleinigkeit. Der Hautkrebs war schlimmer…..eine OP-wurde vereinbart. Ich war hin und her gerissen. Das Geschwür auf dem Rücken sollte weg, bevor es vielleicht Wirbelkanäle verengt. Die Rute musste kupiert werden, diese war ständig offen und immer wieder entzündet. Rosa leckte stets daran und die Tierärztin riet mir diese zu kürzen. Die Rute sollte nur soweit gekürzt werden, wie nötig…leider ist nicht mehr als bei einem Jagdhund übrig geblieben. Es wurde kurz nach der OP, bei einem Besuch (nicht Frau Gorski), noch gesagt, dass die Rute nicht ordnungsgemäß kupiert worden sei, die Hündin säße immer auf der Spitze. Ich ließ mich wieder verunsichern, ob es die richtige Entscheidung war. Es war richtig. Rosa sitzt nicht auf der kupierten Spitze sondern kann wunderbar ihre Rute unterziehen. Mit Verband war es ihr einfach unangenehm. Das Problem mit den Hinterbeinen (sie ging in der Hocke) wurde durch stetes massieren und Physiotherapie behandelt. Wie oft hat sie gefiept, gequietscht und gestöhnt aber niemals die Flucht ergriffen oder geknurrt. Das Nachziehen der Hinterbeine ist völlig verschwunden und ausdauernde Spaziergänge wieder möglich. Die Stellung hat sich soweit normalisiert, dass ein Laie nicht mehr sehen kann, dass dort ein Stellungsfehler vorlag. Diese Geduld und das Vertrauen ist bei der Vergangenheit unbegreiflich. Jetzt war der Weg frei…… Alle bedenklichen Dinge waren aus dem Weg geräumt, das richtige Leben könnte beginnen. Sie ist ein Traumhund geworden: - Ich habe derzeit ein besch. Sofa, naturweiß und dann kein Leder, ein Alptraum! Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten, was die Nutzung des Sofas angeht ist es jetzt klar, dass sie nur darauf liegen darf, wenn eine Decke ausgelegt ist. Ein fairer Kompromiss. - Kein murren und knurren bei Kindern. Im Garten wird wild um sie herumgetobt, mit Wasser gespritzt und mit Bällen geworfen. Kein Problem….entweder sonnen oder Bommi (Kauknochen) kauen. Da kommt die Mutter durch…Nerven wie Drahtseile. - Spazieren gehen, ein wahrer Segen, nach anfänglichen Schwierigkeiten und Pauls Charisma-Therapie am liebsten ohne Leine und Halsband….Frau ist halt lässig. - Nach erstmaligem klauen von Gast-Eigentum (Kekse) war sofort klar, Klauen ist Mist. Gibt ja Ärger…. Bekommen ist besser. Heute kann ich kalte Platten, Braten und Torten Stunden vorher anrichten und ohne Angst noch vergessene Sachen einkaufen. Es erwartet mich kein Schlachtfeld, wenn ich wiederkomme! Sogar Chips und Kekse (begehrte Objekte) können nachts in Schüsseln auf dem Sofatisch vergessen werden. Ich genieße das, denn von den Polenhunden wurde ich immer mit auseinandergenommenen Mülleimern begrüßt. - Einkaufshilfe…..Wenn ich mit vollgeladenem Wagen Mittwochs von Aldi nach Hause komme, ist meist alles ausgeflogen, so hilft mir Rosa Dieses und Jenes in die Küche zu tragen. Sehr praktisch und überaus nett! - Leckerli…..werden sehr gern vergraben, versteckt, aufbewahrt oder rumgeschleppt. Rosalie und ihre Bommies sind wie Ömchen mit ihren Handtaschen…..das gehört irgendwie zusammen. - Die beiden Katzen (Coca und Cola) werden geliebt, Rosa verteidigt das Revier vor fremden Katzen. Als Gegenzug bekommt sie auf so manchem Spaziergang Begleitung von Cola, der dann fremde Hunde anfaucht. Herzerfrischend diese Symbiose. Cola ist ein wenig zurückhaltender und hat Spaß an Überraschungsmomenten aus dem Hinterhalt. Um ihn zu besänftigen, legt Rosa ihm doch gerne mal den großen Rinderoberschenkelknochen hin. An anderen Tagen wiederum wird auf dem Bommie geschlafen und knallhart jedes katziges Vorbeikommendes zu Schnecke gemacht. Ich habe eine Doggenschönheit und ein Großherz bekommen…..bestimmt noch für viele Jahre.
Danke Frau Gorski, für ihren starken Einsatz, bei der Rettung dieses Schatzes!
Anke Korries


Nach dem Tod von ROSALI sandte uns Frau Korries noch diesen Text zur Erinnerung an ROSALI:
Liebe Frau Gorski, liebe Lydia Muus, ich danke mit einem weinenden und einem frohen Auge für diesen Nachruf für Rosalie. Dieses Doggenleben steht zurecht für den erfolgreichen, professionellen und auch nie enden wollenden Kampf für den Tierschutz. Rosalie hat trotz "verbissener" Probleme mit ihren Hundekollegen noch Vierbeinige Freunde gefunden und ein soziales Verhalten gelernt, das bei der Vergangenheit, mal wieder für die Sanftmütigkeit der Doggen spricht. Sie hat in einer Familie ihren Lebensabend gefunden, und ist im Schoße einer Familie gegangen. Ein Tierquäler hat diesmal NICHT gewonnen! Roslaie ist so geschunden worden, daß einem der Atem stocke bei erstmaligem ansehen diesen Hundes. Beine kaputt, Rute voller offener Stellen , massive Fehlstellungen.....usw. Mir ist es bis heute unbegreiflich, daß mein Großherz nie das Vertrauen zu ihren Menschen verlor, die ihr halfen.....auch wenns mal weh tat. (besonders die ewig verhaßte Krankengymnastik!!) Ich kann nur einen Gedankenanstoss dazu geben, sich auch der kranken und beeinträchtigen Hunde zu widmen. Jeder kleinste Erfolg wird gefeiert und es ist eine Freude zu merken, daß der Hund WILL und MITMACHT bei all den Anstrengungen. Natürlich sind da auch die schmerzlichen Momente mit einem "kranken" Hund aber die Zeit des Fortschritts sind nicht zu vergleichen mit den Erfolgen, wenn ein Welpe "stubenrein" wird. Durch die schweren Momente zu gehen mit seinem Hund, bindet umsomehr und der gefeierte medizinische Erfolg sowie die Dankbarkeit und Güte sind Erfahrungen, die man nicht aus Büchern oder Mitleid lernen kann. In diesem Sinne bitte ich bei der Entscheidung, die Familie um einen Platz zu erweitern ZWEIMAL hinzusehen, um niemanden zu vergessen oder voreilig auszuschließen!!! In tiefer Dankbarkeit und Trauer.... Anke Korries

by Lydia Muus E-Mail        

Erinnerungen
DarkerSonntag 31.Oktober.2010 21.17

 


So stand die Geschichte von DARKER wochenlang auf unserer Home Page:


Anfang Juni erhielt Rosi Kenntnis davon, dass in einem Tierheim in ihrer Nähe von der Polizei ein Doggenrüde abgegeben wurde. Diese Dogge war zuvor tagelang an der A20 in Mecklenburg-Vorpommern herumgeirrt und es gelang dann mühsam ihn mit einer Schlinge einzufangen. Die Tierheimmitarbeiter erkannten schnell, dass die dortigen Gegebenheiten gänzlich ungeeignet für eine Dogge waren, so erwies sich der Durchstieg vom Auslauf zum Schlafplatz als zu klein und es kam hinzu, dass alle Menschen dort Angst vor diesem aggressiv erscheinenden Rüden hatten. So fuhr Rosi am nächsten Tag dorthin und berichtete mir später, dass dieser Hund sehr gestresst wirke, trotzdem habe er durch das Gitter hindurch aus ihrer Hand ein Leckerli genommen. Und Rosi beschloss, diesen ausgesetzten und nun heimatlosen Rüden mit zu sich in die Pflegestelle zu holen. Und Rosi, diese engagierte und hundekundige Frau hat es geschafft, ihn in ihr Auto zu locken. „Ohne meine Hündin wäre es nicht geglückt“ hat sie mir später erzählt. Schon am folgenden Tag in Rosis Pflegestelle hat der blaue Rüde sich ihr gegenüber freundlich gezeigt und er ließ sich von ihr anfassen ohne irgendeine Form von Aggressivität zu zeigen. Doch jetzt wurde sein Lahmheit vorn immer deutlicher, die eine Vorderpfote konnte nicht angehoben werden und schleifte kraftlos auf dem Boden. Eine gründliche tierärztliche Untersuchung hat inzwischen ergeben, dass ein (wahrscheinlich alter) Schultergelenkschaden vorliegt, der dringend operiert werden muss. Ein OP-Termin ist schon vereinbart. Auf den Fotos ist zu erkennen, dass dieser arme Rüde, er wird auf drei Jahre geschätzt, erhebliche Stellungsfehler der Gliedmaßen aufweist, wohl infolge von Aufzuchtfehlern. Rosi hat viele mögliche Namen bei diesem Pflegehund ausprobiert und ist einigermaßen erfolgreich mit „DARKER“ gewesen. So soll er nun heißen. Wir wissen nichts von seinem bisherigen Leben, er ist natürlich nicht gechipt und trug auch kein Halsband. Aber Menschen, die sich seiner so entledigt haben (es gibt keinerlei Suchmeldungen) sind sicher keine Menschen gewesen, die ihm ein wirkliches Zuhause geboten haben. Also ist anzunehmen, dass er sein Leben bisher ohne Zuwendung und Fürsorge verbringen musste. Welch eine traumatische Erfahrung muss es für einen Hund – für dieses hochorganisierte soziale Wesen –bedeuten, von seinen Menschen, von denen er abhängig ist, so in Stich gelassen zu werden.


Nun ist DARKER tot.


Wieder einmal konnten wir das Leben einer jungen Dogge nicht retten. Rosi Kehler, die den ausgesetzten Rüden aufgenommen und „aufgepeppelt“ hat, versuchte von Woche zu Woche immer wieder ein wenig Hoffnung aufzubauen, dass es doch noch gelingen könnte, einige lebenswerte Zeit für DARKER zu erreichen. Doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich ständig und in Zusammenarbeit mit den bewährten und engagierten Tierärzten aus Greifswald entschlossen wir uns, ihn sterben zu lassen.


Ein herzliches Dankeschön an Rosi für ihre unermüdliche Mühe und an Lydia vom Doggenschutz , die monatelang alle Tierarzt und Futterkosten für DARKER getragen hat.

by Lydia Muus E-Mail        

Erinnerungen
Erinnerungen an ...Sonntag 31.Oktober.2010 21.15

Erinnerungen an . . .


Hier werden zukünftig Texte zu lesen sein, in denen an Doggen erinnert wird, die mir (uns) im Laufe vergangener Jahre begegneten und die immer noch so präsent in unserer inneren Vorstellung sind.
Es sind Doggen, die wir unter den Schutz der Doggen-Nothilfe gestellt hatten und die dann nach langer Zeit in Not und Elend zu Menschen vermittelt wurden, die ihnen ein liebevolles uns sicheres Zuhause bis an ihr Lebensende schenkten. Es wird aber auch an Doggen erinnert, deren vorzeitigen Tod wir nicht verhindern konnten entweder weil die Kraft der Hunde nicht mehr ausreichte für ein lebenswertes Leben oder aber weil es durch Eingriffe von Behördenvertretern zur Tötung der Doggen kam, was wir nicht aufhalten konnten.
Einige dieser Berichte sind teilweise schon früher auf unserer Internet Seite zu lesen gewesen, andere werden jetzt neu erstellt. Die Anordnung folgt nicht der chronologischen Reihenfolge.

by Lydia Muus E-Mail        

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